Start #lieferkettengesetz

Seit dem 10. September ist sie in der Öffentlichkeit sichtbar, die Kampagne Initiative Lieferkettengesetz!
Sie ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen mit einem gemeinsamen Ziel: Sie treten ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden – auch im Ausland. Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Daher fordert die Kampagne zusammen mit weiteren vielen Menschen ein Lieferkettengesetz! Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, müssen dafür haften. Skrupellose Geschäftspraktiken dürfen sich nicht länger lohnen.

Die Initiative Lieferkettengesetz wird dabei getragen von 17 Hauptorganisationen und vielen weiteren Unterstützer*innen-Organisationen, insgesamt mehr als 50 an der Zahl. Auch wir als Steuerungsgruppe stehen hinter dem Vorhaben.

Beteiligungsmöglichkeiten gibt es viele. So hat die Kampagnenorganisation eine Website ins Leben gerufen, die eine Vielzahl Inhalte, Tipps, Veranstaltungsinfos, Materialien usw. parat hält. Auch gab es und wird es in den kommenden Wochen in ganz Deutschland Kick-Off-Workshops für Interessierte geben, die sich in irgendeiner Form an der Kampagne beteiligen wollen. So fand diese Woche bereits ein Kick-Off-Treffen in Münster statt, an dem ca. 20 Vertreter*innen verschiedener Organisationen teilgenommen haben. Wir sind zuversichtlich, dass sich daraus auch für unsere Region Potential entwickeln wird.
Was Sie aber jetzt schon tun können: Unterstützen Sie die Forderung und unterzeichnen Sie die Online-Petition!
https://lieferkettengesetz.de

Viele Beispiele aus globalen Lieferketten zeigen, dass ein Gesetz mehr als nötig ist.

Beispiel:
Als die Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistan im September 2012 abbrannte, starben 258 Menschen. Vergitterte Fenster, defekte Feuerlöscher, ein enges Treppenhaus und blockierte Notausgänge machten die Fabrik zur tödlichen Falle. Hauptkunde der Fabrik war das deutsche Textilunternehmen KiK. In der globalen Textilindustrie profitieren Unternehmen aus dem Globalen Norden von der Ausbeutung der Arbeiter*innen im Globalen Süden. Doch Verantwortung für die miserablen Arbeitsbedingungen entlang ihrer Lieferketten im Ausland zu übernehmen, das lehnen KiK und andere Unternehmen ab. Im März 2015 reichten vier Betroffene beim Landgericht Dortmund Zivilklage gegen KiK ein. Sie forderten je 30.000 Euro Schmerzensgeld. Ein Lieferkettengesetz in Deutschland würde sowohl für Betroffene als auch für Unternehmen Rechtssicherheit schaffen.

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